Essen: 10 Jahre Welterbe Zollverein

Vor 10 Jahren: UNESCO Kommission erklärt Zeche und Kokerei Zollverein zum Welterbe der Menschheit

Am 14. Dezember 2001 um 12.47 Uhr bekam das Ruhrgebiet eine Welterbestätte. An diesem Tag konnten die Stiftung Zollverein und die Stadt Essen verkünden, dass Zollverein mit den beiden Schachtanlagen XII und 1/2/8 sowie der Kokerei Zollverein von der UNESCO-Kommission in Helsinki einstimmig zum Welterbe ernannt wurde.

Seit zehn Jahren steht Zollverein unter dem Schutz der Internationen Konvention für das Kultur- und Naturerbe der Menschheit. Mit der 1972 verabschiedeten Konvention schuf die UNESCO ein Instrument um Kultur- und Naturstätten, die "außergewöhnlichen universellen Wert" besitzen, zu erhalten. Zollverein entspricht den in der Konvention festgelegten Kriterien der "Einzigartigkeit" und "Authentizität". Nach ihrer Inbetriebnahme 1932 galt die Schachtanlage Zollverein XII als Wunderwerk der Rationalisierung von Arbeitsvorgängen.

Als einzigartig bewertete die UNESCO-Kommission die Architektur der Anlage, die im Fall von Zollverein XII in einem Stil erbaut wurde, und welche die Rationalisierungsbestrebungen der späten 1920er Jahre widerspiegelt. So hat jeder der einzelnen Gebäude – diese sind dann auch nach einem strengen Ordnungsprinzip im rechtswinkligen Raster angeordnet – eine ganz spezielle Funktion. Denkmale werden zudem nur dann in die Liste des Welterbes aufgenommen, wenn ein überzeugender "Erhaltungsplan" vorliegt. Auch diese Voraussetzung erfüllt der Industriekomplex Zeche und Kokerei Zollverein.

Die Zeche Zollverein Schacht XII in Essen war die größte und modernste Steinkohleförderanlage der Welt. Die beiden vom Bauhaus inspirierten Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, die den in zwei Achsen angeordneten Industriekomplex nach Prinzipien der Symmetrie und Geometrie harmonisch durchgestalteten, konstruierten mit Zollverein Schacht XII eine einmalige Musteranlage. 1986 wurde die Zeche stillgelegt. Statt für einen Abriss entschloss sich das Land Nordrhein-Westfalen, die Zeche der damaligen Ruhrkohle AG abzukaufen, sie unter Denkmalschutz zu stellen und grundlegend zu sanieren. Die 1998 gegründete Stiftung Zollverein widmete sich der Wiedernutzbarmachung und Erhaltung des Industriedenkmals. Der gesamte Industriekomplex ist heute ein beispielhafter Besichtigungsort zur Bergbaugeschichte und zur Entwicklung der Industrie-Architektur in einer der bedeutendsten Industrieregionen Europas. Auf der "schönsten Zeche des Ruhrpotts" kann man die Moderne der 1920er, 1930er Jahre und die Entwicklung der Schwerindustrie nachvollziehen. Besucher des Denkmalpfades ZOLLVEREIN® können den Weg der Kohle im wahrsten Sinne des Wortes beschreiten.

Mit der Ernennung Zollvereins zum Welterbe begann die zweite wichtige Etappe des 1990 gestarteten Um- und Ausbau des Geländes zu einem internationalen Kultur- und Wirtschaftsstandort. Besonders durch die feierlichen Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres im Januar 2010 erlangte Zollverein als Symbol der modernen Metropole Ruhr europaweit Bekanntheit.

Quelle: Stiftung Zollverein & Stadt Essen Presse- und Kommunikationsamt
14.12.2011

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